Das Medienkonzept des Gymnasiums Lohmar

Das Medienkonzept

Anlage zum Medienkonzept

 

Medienerziehung am Gymnasium Lohmar

"Angesichts der Herausforderung durch die elektronischen Medien muss sich die Schule verstärkt dem Auftrag stellen, an der Heranbildung kommunikationsfähiger und urteilsfähiger Menschen mitzuwirken, die Kreativität und die Freude an eigenen Schöpfungen anzuregen und sich im Sinne des Unterrichtsprinzips Medienerziehung um eine Förderung der Orientierung des Einzelnen in der Gesellschaft und der konstruktiv-kritischen Haltung gegenüber vermittelten Erfahrungen zu bemühen." (Krucsay, 1994)
Das Gymnasium Lohmar versteht die Medienerziehung als eine fächerübergreifende Aufgabe und alle Fachschaften des Gymnasiums Lohmar tragen mit ausgewählten Unterrichtssequenzen zur Vermittlung von Medienkompetenz bei. Unterstützt wird diese Aufgabe durch die sehr gute technische Ausstattung des Gymnasiums, die im Medienkonzept ausführlich dargestellt wird. Arbeitsgemeinschaften, Lernstudios und Projektwochen runden eine intensive Medienerziehung ab. 
Im Folgenden wird anhand ausgewählter Beispiele erläuert, wie das Gymnasium Lohmar die Medienerziehung gestaltet. Die Darstellung der Inhalte wird sortiert nach den Medienkompetenzniveaus nach Tulodziecki:


1. Auswählen und Nutzen von Medienangeboten

 

"In diesem Aufgabenbereich sollen Kinder und Jugendliche lernen, Medienangebote d.h., mediale Produkte, Werkzeuge und Kommunikationsdienste, bewusst im Sinne verschiedener Funktionen zu nutzen." (Tulodziecki, 2001)

 

Eine Auswahl der „klassischen Schulmedien“ wie Tafel, Buch und Tageslichtprojektor kommt im Unterricht praktisch täglich zum Einsatz. Erweitert werden diese Medien durch die Videowagen sowie die mobilen Einheiten, mit denen über einen PC mit Beamer interaktive Inhalte im Unterricht genutzt werden können. Besonders im Sprachunterricht kommen zusätzlich Audiogeräte zum Einsatz. So nutzen die Schülerinnen und Schüler täglich schon im eigenen Klassenraum eine breite Medienauswahl. Sie lernen dadurch die spezifischen Stärken und Schwächen im praktischen Umgang kennen.
Durch beide PC-Räume , einen mobilen Laptop-Wagen, sowie den Multimediaraum und Sprachenraum Englisch können digitale Medien verstärkt in den Unterricht einbezogen werden. Die verschieden Fachschaften nutzen dieses Angebot vielfältig.  
Außerhalb des Klassenraums bietet das Gymnasium Lohmar seinen Schülerinnen und Schülern in zwei Schülerbibliotheken und dem Oberstufen-Selbstlernzentrum die Möglichkeit zur selbst gesteuerten Medienauswahl und Nutzung. Dabei stehen unterschiedliche Printmedien und Nachschlagewerke, sowie im  Selbstlernzentrum PC-Arbeitsplätze mit Internet-Zugang zur Verfügung. Von dort kann außerdem auf  multimediale, unterrichtsbezogene Inhalte im schuleigenen Intranet zugegriffen werden.


2. Gestalten und verbreiten eigener Medienbeiträge

 

"Kinder und Jugendliche sollen im Rahmen dieses Aufgabenbereiches lernen, eigene Aussagen medial zu vermitteln, d.h. eigene Medienbeiträge herzustellen und zu verbreiten." (Tulodziecki, 2001)

 

Viele gängige Unterrichtsmethoden beinhalten die Erstellung eigener Medieninhalte; beispielsweise die Präsentation mit selbst gestalteten Postern oder Folien, Schülervorträge und Hefteinträge, sowie kreative Produkte des Kunstunterrichts.
Darüber hinaus haben die Schülerinnen und Schüler am Gymnasiums die Möglichkeit, eigene Beiträge im Lo-Net-Forum zu veröffentlichen. Jede/r Schüler/in besitzt einen Zugang zu dieser virtuellen Klassenraumumgebung, die in vielen Fachbereichen in die Unterrichtsarbeit integriert wird und die Kommunikation zwischen Lehrern, Schüler/innen und Eltern stärkt.
Im Kunstunterricht werden digitale Medien (Grafiktabletts, Photokameras, Videokameras, Computer mit Bildbearbeitungssoftware)  zur kreativen Gestaltung genutzt.
Im Differenzierungsbereich Informatik werden Mediengestaltungskompetenzen weiter vertieft: Dort lernen die Schülerinnen und Schüler mit HTML-Editoren eigene Homepages oder mit Powerpoint komplexe Präsentationen zu erstellen. Mit der integrierten Entwicklungsumgebung „Flash“ lernen die Schülerinnen und Schüler weitere professionelle Methoden zur Gestaltung multimedialer und interaktiver Inhalte kennen.
Die fremdsprachlichen Fächer sind curricular authentischen, muttersprachlichen Quellen verpflichtet und  nutzen dazu das Internet, Printmedien und Videofilme.
Andere Möglichkeiten der Mediengestaltung im Audio-, Video- und Theaterbereich bietet das Gymnasium durch eine Trickfilm-AG, die Literaturkurse der Oberstufe und der Radio-AG, die  über Internet Schülerproduktionen sendet.

3. Verstehen und Bewerten von Mediengestaltung

 

"Kinder sollen im Rahmen dieses Aufgabenbereiches lernen, Mediengestaltungen angemessen zu verstehen und zu bewerten." (Tulodziecki, 2001)

 

Zum Auftakt des HTML-Projektes im Informatik-Unterricht in der Mittelstufe analysieren die Schülerinnen und Schüler professionelle Internetseiten im Hinblick auf die Wirkung und Motivation der Gestaltung. Sie lernen dabei verschiedene Gestaltungsmerkmale zu erkennen und zu benennen.
Im Bereich der Gesellschaftswissenschaften spielt das Internet eine wichtige Rolle zur Beschaffung authentischer Quellen, die kritisch hinterfragt und eingeordnet werden. In dem Zusammenhang lernen die Schülerinnen und Schüler auch, mit der Informationsflut des Internets sach- und fachgerecht umzugehen.

4. Erkennen und aufbereiten von Medieneinflüssen

 

"Die Kinder sollen sich im Rahmen dieses Aufgabenbereichs bewusst machen, dass von Medien Einflüsse auf sie selbst und auf andere ausgehen. Sie sollen in der Lage sein, solche Einflüsse zu erkennen, auszudrücken und angemessen einzuordnen bzw. aufzuarbeiten." (Tulodziecki, 2001)

 

Die Aufbereitung, Darstellung und Auswertung von statistischen Daten mit Excel und deren Interpretation in Zeitungs- und Onlineartikeln wird von den Naturwissenschaften im Bereich der Oberstufe thematisiert und kann den Schülerinnen und Schülern einen Einblick darüber geben, wie unterschiedliche Schwerpunkte und Darstellungsarten von statistischem Material auch unterschiedliche Ziele verfolgen können.
In der Informatik bietet der Themenbereich Datenschutz eine offensive Auseinandersetzung mit einem fahrlässigem Umgang mit dem Internet und eventuellen Konsequenzen. Datenmissbrauch und deren Folgen, die über das Medium Internet möglich sind, betreffen auch die Schülerinnen und Schüler und ihre direkte Umwelt. Möglichkeiten von Datenmissbrauch werden mit Hilfe des Internets untersucht und an Fallbeispielen diskutiert, die rechtliche Situation wird aufgeklärt und sinnvolle Verhaltensmuster erarbeitet.
In allen sprachlichen Fächern ist die Musikclip-, Video- und Filmanalyse mittlerweile ein fester Bestandteil der Curricula. Hier werden die Medien- und Computerräume für die Umsetzung der Analysen genutzt. Durch die vielfältige Auswahl an Medien können die Einflüsse in differenzierter Form genau untersucht und aufbereitet werden.  
Die vielen, unterschiedlichen medialen Darstellungsmöglichkeiten von vergangenen oder aktuellen Geschehnissen sind in den Gesellschaftswissenschaften ein zentrales Thema. Gerade durch die Medien können die Geschehnisse verfälscht dargestellt oder anders akzentuiert werden. Die daraus resultierenden Einflüsse auf die Menschen werden im Unterricht sachlich aufbereitet und deren Konsequenzen dargelegt.


5. Durchschauen und beurteilen der Medienproduktion und Medienverbreitung

 

"In diesem Aufgabenbereich soll gelernt werden, ökonomische, rechtliche, Organisation sowie weitere institutionelle und politische bzw. gesellschaftliche Bedingungen der Medienproduktion und Medienverbreitung zu durchschauen und zu beurteilen. Entsprechende Bedingungen können am Beispiel von Printmedien, Rundfunkangeboten, Musikangeboten, Computeranwendungen und politischen Informationen behandelt werden." (Tulodziecki, 2001)

 

Dieser Aufgabe der Medienkompetenzentwicklung ist im klassischen Unterricht, vor allem in der Sek. I, oft schwer gerecht zu werden; daher bietet das Gymnasium Lohmar seinen Schülerinnen und Schülern Möglichkeit Medien zu produzieren, die über das Unterrichtsgeschehen hinaus gehen: In Arbeitsgemeinschaften und Oberstufenkursen werden die Jugendlichen selbst zu Medien-Produzenten, deren Produkte den geschützten Klassenraum verlassen. So müssen sie sich einer Öffentlichkeit und damit Kritik stellen, sind ökonomischen, sozialen und juristischen Zwängen ausgesetzt.
Erfahrungen zum Medium Film können die Schülerinnen und Schüler im Literaturkurs Film sammeln. Dort wird mit professioneller Ausstattung (z.B. zwei Videokameras und einem digitalen Schnittplatz) regelmäßig Videomaterial produziert, welches zu verschieden Anlässen der Öffentlichkeit präsentiert wird.
In der Technik-AG sammeln die Schülerinnen und Schüler Erfahrung beim Ausrichten von live-Veranstaltungen. Neben der Seite der Veranstaltungstechnik werden sie dort stark mit organisatorischen Aufgaben betraut, müssen sich um den Ablauf von Bühnenprogrammen, die Betreuung der Akteure und formale Dinge wie die GEMA kümmern. Zahlreiche erfolgreiche Veranstaltungen in der Jabachhalle dokumentieren eindrucksvoll den bisherigen Erfolg dieser AG.
In der Radio-AG wird das Thema Hörfunk eingehend beleuchtet. Die Schülerinnen und Schüler analysieren den Aufbau moderner, formatierter Radioprogramme, lernen die technischen Aspekte des Mediums anhand der schuleigenen Ausstattung kennen (hochwertige Mikrophone, Digitale Schnitt- und Bearbeitungsplätze, eine Reportageeinheit zum Aufzeichnen von O-Tönen). Sie entwickeln mit Podcasts und Internetradio ein eigenes Radio-Format, dass sie auf die Ansprüche ihrer Zielgruppe abstimmen. Dabei nehmen die Schülerinnen und Schüler die Rolle von Moderator, Interviewer, Wort- oder Musik-Redakteuer, PR-Agent und Techniker ein und gewinnen so tiefe Einblicke in die Entstehung von Hörfunk Programmen.
Der Bereich der Printmedien wird durch die Presse-AG abgedeckt. Die Schülerinnen und Schüler erstellen unter anderem das Jahrbuch und sorgen für dessen Vertrieb.